Kurs der Toke beim ASV 104 Ostsee Challenge

Kurs der Toke beim ASV 104 Ostsee Challenge

Am Ende der Wettfahrt hat die Toke 626 Seemeilen mehr auf der Logge. Diese Strecke haben wir auf einer ruppigen Ostsee sehr viel gegen den Wind mit typisch 7 bis 8 Beaufort mit einer Durchschnittgeschwindigkeit von knapp über 6 Knoten zurückgelegt. Für drei aus unserer Crew war es die erste Teilnahme an einer Langstreckenregatta und dann gleich bei diesen Bedingungen! Der Härtetest wurde mit Bravur und ohne irgendwelche Ausfälle bestanden.

Aber auch die Toke wurde bei diesen Bedingungen auf Herz und Nieren getestet. Sie hat sich bestens bewährt. Vor allem, wenn man berücksichtigt, dass sie neu ist und wir deshalb durchaus mit Kinderkrankheiten gerechnet haben. Abgesehen von behebbaren Kleinigkeiten wie z.B. die Sicherung der Mastrutscherverbindungen gab es Nichts zu bemängeln. Ihr Seeverhalten ist absolut ok und nicht etwa ruppig, wie man es von ihrem flachen Rumpf achtern erwarten könnte. Der T-Kiel verleiht ihr offensichtlich ein ordentliches aufrichtendes Moment was zu einem Verhalten führt, das einem ein sehr sicheres Gefühl vermittelt.

Zu guter Letzt auch vielen Dank auch an die Erfinder und Organisatoren vom ASV-Kiel für diese spannende Regattabahn!

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Kiel Leuchtturm

Kiel Leuchtturm

Als wir beim Sjællands Rev nach Süden abbiegen, heißt es wieder Kreuzen. Das Verkehrstrennungsgebiet bei Samsø umsegeln wir auf seiner Ostseite. Dann geht es weiter nach Süden, den Großen Belt entlang. Unsere Hoffnung, dort mit dem Gennaker gute Fahrt zu machen, erfüllt sich nicht, da der Wind immer vorlicher gedreht hat. Bis zur Brücke haben wir noch Glück und können unseren Kurs gerade so anliegen. Danach, Langeland entlang, müssen wir leider schon wieder kreuzen, größtenteils bei Starkwind. Das Thema Kreuzen verlässt uns auch nicht, als wir von der Südspitze Langeland Kurs auf Kiel absetzen. Am Abend können wir immerhin ausreffen und wechseln dann auch noch von der Genua 4 auf die Genua 3. Mit flotter Fahrt und ohne Wellen segelt die Toke dem Leuchtturm Kiel entgegen – endlich mal auf direktem Weg ohne Kreuzen!

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An Kopenhagen vorbei

An Kopenhagen vorbei

Sjælland bietet Abdeckung vor den starken Winden. In der Einfahrt des Øresund sind dann auch die Wellen weg und wir haben glattes Wasser. Etwas zu spät setzen wir den Gennaker und durchfahren mit ihm den Sund. Erst nordwestlich von Helsingør können wir ihn nicht mehr tragen. Aus einer Vorahnung heraus segeln wir mit der Genua 4 und nicht mit der Genua 3 weiter. Der starke Südwestwind bestätigt unsere Entscheidung. Sjællands Rev können wir beinahe anliegen. Zwei Holeschläge benötigen wir dann aber doch. Ein Gewitter mit Sturmböen warten wir ab, indem wir die Toke beilegen. Bei der Inspektion unserer Mastrutscher stellen wir fest, dass sich die zweitoberste Rutscherverbindung schon wieder gelöst hat. Dieses mal sichern wir die Schraube zusätzlich mit einer selbstsichernden Mutter.

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Verbinung Lattenaufnahme mit Mastrutscher

Verbinung Lattenaufnahme mit Mastrutscher

Bei Sonnenaufgang setzen wir den Gennaker und segeln damit der Nordostküste von Bornholm entlang. Beim Verlassen der Abdeckung von Bornholm wird der Gennaker durch die Genua ersetzt. Kurze Zeit später ist das erste und dann auch gleich das zweite Reff ins Groß gebunden. Das erste „Gate“ passieren wir um 8 Uhr 21 und melden das per SMS der Regattaleitung. Nach der ordnungsgemäßen Querung des Verkehrstrennungsgebiets zwischen Bornholm und Schweden müssen wir Richtung Westen kreuzen um zur Einfahrt des Øresund zu gelangen. An der Südostecke Schwedens stellen wir fest, dass die Lattenaufnahe der zweitobersten Segellatte nicht mehr mit dem zugehörigen Mastrutscher verbunden ist. Wir bergen das Groß und segeln einen halben Tag ohne Groß weiter. Erwartungsgemäß geht das bei Toke ohne Probleme, optimales Vorankommen gegen den Wind ist das nicht. Erst recht nicht bei Starkwind. Den Starkwind hat auch heute keiner der von uns konsultierten Wetterdienste vorhergesagt. Als es die Verhältnisse zulassen machen wir uns an die Untersuchung und Beseitigung des Problems mit der Befestigung zwischen Rutscher und Groß: Die Lattenaufnahme wird durch einen Schraubbolzen, der in den Rutscher geschraubt wird, mit dem Rutscher verbunden. Dieser Schraubbolzen fehlt bei der zweitobersten Latte. Wir ersetzen ihn durch eine „normale“ V4A Schraube mit passenden Gewinde aus unseren Sortimentkästen. Zwei weitere Schraubbolzen an anderen Rutschen ziehen wir ebenfalls nach.

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Kurs der Toke bis Bornholm

Kurs der Toke bis Bornholm

Kurz vor Bornholm ziehen Gewitter um uns herum. Vorsorglich binden wir zwei Reffs ins Groß. Zwischendurch messen wir dann auch mal kurz über 30 Knoten Wind. Die Gewitter ziehen an uns vorbei und der Wind nimmt immer mehr ab. Wir reffen wieder aus. Nach der Passage der Südspitze von Bornholm stehen wir mitten in der Nacht in der Flaute.

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Durchgang der Front

Durchgang der Front

In der Nacht beobachten wir beim Durchgang der Front Windstöße über 40 Knoten. Die Toke ist dafür geeignet besegelt. Bei Sonnenaufgang ist die Stelle im Heckkorb, an der wir den Race Tracker befestigt hatten, leer. Wann und wo wir den verloren haben, ergibt sich aus den Tracking-Daten. Nördlich Fehmarn passiert, halten wir auf einen Punkt südlich des Verkehrstrennungsgebiet der Kadettrinne zu. Diese umsegeln wir südlich. Selbst mit Genua 4 und zweifach gerefftem Groß drückt die eine oder andere große Welle das Heck der Toke herum und den Bug Richtung Wind. Durch beherztes Abfallen lässt sie sich aber problemlos wieder auf Kurs bringen. An der Südostecke des Verkehrstrennungsgebiet schiften wir. In der Ferne beobachten wir eine weitere Segelyacht und vermuten, dass es sich um einen anderen Regattateilnehmer handelt, die „Blue Note“ vielleicht? Dars lassen wir weit im Süden und setzen Kurs auf einen Punkt nördlich Rügen ab. Wir wechseln von Reff 2 auf Reff 1 und laufen schön unsere sieben bis acht Knoten. Wegen den Wellen setzen wir keinen Gennaker, da wir den unter diesen Bedingungen vermutlich nur schwer oder gar nicht halten können. Einen Starkwindgennaker haben wir nicht, der wäre jetzt passend. An der Nordspitze Rüge ruft uns die Regattaleitung an und berichtet, dass sie unseren Track verloren haben. Wir berichten vom verloren gegangen Race-Tracker und dass sie unsere Positionen über AIS beobachten könnten. In der Nähe von Rügen versorgen wir uns auch gleich mit aktuellen Wetterberichten. Auf dem Weg nach Bornholm reffen wir komplett aus, setzen den Gennaker und bergen ihn nach einer Stunde wieder, da einige Dinge unklar gekommen sind, wie z.B. die um die aktuelle Arbeitsschot in einem Knäul gewickelte arbeitslose Luvschot. Die Genua 4 ersetzen wir durch die Genua 3. Bornholm, wir kommen.

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